Ja, Desmo ist aufwändig, teuer in Herstellung, Anschaffung, Wartung. Ich habe den Desmo-Service am Desmoquattro selbst gemacht, das dauert lange.
Die Desmo ermöglicht nicht nur höhere Drehzahlen sondern auch andere Steuerzeiten gegenüber Stahlfedern - also bessere Befüllung durch grössere Ventilhübe, mehr Überschneidung.
Es führt die Desmodromik beim Einzylinder im MX zu mehr Leistung/Drehmoment auch in der Mitte. Der Erfolg mit Siegen aus dem Stand gibt der Konstruktion eine Bestätigung. Die MX450 gewinnt gegen die etablierten Hersteller, irgendwas macht den Unterschied.
Um außerhalb von geforderter Höchstleistung Käuferschichten zu erreichen, ist der Nicht-Desmo-Motor der Weg zu neuen Kunden, bei geringeren Wartungskosten (siehe Multi mit V2 und V4, beide ohne Desmo) und dennoch reduzierten Fertigungskosten, also höherer Marge.
In der MotoGP fährt nur Ducati mit Desmodromik.
Die anderen MotoGP-Hersteller arbeiten mit pneumatischer Ventilsteuerung, da mit klassischen Ventilfedern diese Leistung nicht bereitgestellt werden könnte.
Im Consumer-Markt ist Desmo nicht mehr notwendig, die Kunden kaufen trotzdem. Im Rennsport wie in der SBK ist Desmo allem Anschein nach hilfreich. In der MotoGP ist Aprilia an Ducati vorbeigezogen, die haben einiges besser gemacht - nicht nur am Motor.
Die technischen Daten der EDS sind interessant, es wird einiges anders sein müssen, als in der Wettbewerbsversion. Nicht nur Seitenständer, Tank, Euro5+ sondern auch Getriebe und Haltbarkeit bis zum Kolbenwechsel.