ABS bei Notbremsungen, R1200GS LC

Diskutiere ABS bei Notbremsungen, R1200GS LC im R 1200 GS LC und R 1200 GS Adventure LC Forum im Bereich Motorrad Modelle; Ich fahre das Motorrad seit ca. 2 Jahren und musste bei der letzten Tour zum ersten Mal spontan und schnell bremsen (schnelles Ziehen des...
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ronaldo

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Ich fahre das Motorrad seit ca. 2 Jahren und musste bei der letzten Tour zum ersten Mal spontan und schnell bremsen (schnelles Ziehen des Bremshebels), weil mir ein Fahrzeug die Vorfahrt nahm. Ich hatte das Gefühl, als wäre der Bremshebel ein Stück Holz. Erst nach 1/2 Sekunde wurde er "weich", und man spürte eine merkliche Bremswirkung. In der Zeit ohne Bremswirkung legt das Motorrad natürlich eine gewisse Strecke zurück.


Schaltet man das ABS aus, bremst das Motorrad spontan und unmittelbar. Ein Gefühl der Unsicherheit ist seitdem bei mir vorhanden.

Meine Frage an Euch. Habt Ihr das bei Euren Fahrzeugen auch schon beobachtet? Noch eine Anmerkung: Die Bremsleistung insgesamt ist super.
 
tiggalot

tiggalot

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Ja, ABS heisst nicht zwingend kürzerer Bremsweg, es heisst nur das die Maschien beherrschbar bleibt, weil die Räder nicht blockieren => geringeres Sturzrisiko bei Fehlverhalten des Fahrers.

Und jetzt den Thread am besten direkt schliessen, weil es nicht mehr allzulange dauern wird bis die ersten sich zu Worte melden und über ABS im allgemeinen und Kurven ABS im besonderen ins Feld ziehen :rolleyes:
 
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stefan_sch

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Wer soll das jetzt ernsthaft beantworten?
...ich probier's mal ;)

Hi,
Wird der Bremsdruck extrem schnell aufgebaut (so wie in Deiner beschriebenen Notbremssituation) und man den Bremsdruck "ungefiltert" ans Rad weiterleitet, läuft man Gefahr, dass das Rad "abstürtzt" und in den regelungstechnisch instabilen Bereich läuft. Das würde bedeuten, um das Rad wieder stabil zu bekommen, müsste enorm viel Bremsdruck reduziert werden, damit das Rad wieder anlaufen kann und in den stabile Bereich kommt. Um dieses "abstürtzen" und Druckreduzieren zu verhindern, wird bei diesen schnellen Bremsdruckaufbauten über die Ventile vom ABS gezielt der Bremsdruck langsamer ans Rad weitergeleitet, um erst gar nicht in den instabilen Bereich zu kommen. Unterm Strich sind die Bremsweg "Verluste" durch ein gezieltes Anfahren des optimalen Bremdrucks somit deutlich kleiner als wenn man das Rad "abschießt". Deshalb hattest Du erst mal einen steiferen Bremshebel (gegen die teil-geschlossenen Einlassventile vom ABS gedrückt).
Das mit der 1/2 Sek. wage ich jedoch etwas zu bezweifeln. Es hat sich wahrscheinlich so lange angefühlt, in echt war es aber sicherlich deutlich weniger. Ein modernes ABS arbeitet im 5ms Task, d.h. alle 5 milli-Sekunden regelt das ABS nach. So ein gezieltes Anfahren des optimalen Bremsdrucks dauert zumindest in der PKW Welt maximal (!!!) 100ms.
Ohne Dein Manöver selbst nachgefahren zu haben, würde ich sgen: alles gut.

MfG, Stefan
 
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ronaldo

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Danke Stefan, das ist wirklich ein klarer und fundierter Beitrag.

Viele Grüße
Ronald
 
friedr

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Wer soll das jetzt ernsthaft beantworten?
Siehst Du Apfelrudi, es geht doch! Nicht immer alles so negativ sehen. :p
Ich glaube ja nicht, dass deine Kommentare nur dazu "Dienen" deine Beiträge nach oben zu pushen.
Was soll es auch bringen. Ist ja kein Preis ausgelobt. Oder täusche ich mich da etwa ?

Stefan besten Dank.


Gruss Friedr.
 
friedr

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Wer soll das jetzt ernsthaft beantworten?
Siehst Du Apfelrudi, es geht doch! Nicht immer alles so negativ sehen. :p
Ich glaube ja nicht, dass deine Kommentare nur dazu "Dienen" deine Beiträge ca.28 Mio.) nach oben zu pushen.
Was soll es auch bringen. Ist ja kein Preis ausgelobt. Oder täusche ich mich da etwa ?

Stefan besten Dank.


Gruss Friedr.
 
Frankiboy

Frankiboy

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... darf ich auch noch kurz :eekek: :lcheln:

Bei meiner kleinen Proberunde habe ich alles mögliche probiert, aber das ABS nicht. Soviel zur Praxis bei mir mit der GS...

Was ich aber gelesen habe: Beim Ziehen des Handbremshebels bremst zuerst das Hinterrad %tual zum Stabilisieren und dann das Vorderrad. Das Vorderrad bremst dann so, dass erst Druck/Last auf das Vorderrad/Straße wegen der Reibhaftung ausgeübt wird und dann geht das ABS in die Vollen. So habe ich es sinngemäß bei BMW gelesen/verstanden.
Aber ich glaube nicht, dass das menschliche Gehirn das so mitbekommt. Nicht mal das von Sheldon Cooper :bounce:
 
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stefan_sch

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... darf ich auch noch kurz :eekek: :lcheln:

Bei meiner kleinen Proberunde habe ich alles mögliche probiert, aber das ABS nicht. Soviel zur Praxis bei mir mit der GS...

Was ich aber gelesen habe: Beim Ziehen des Handbremshebels bremst zuerst das Hinterrad %tual zum Stabilisieren und dann das Vorderrad. Das Vorderrad bremst dann so, dass erst Druck/Last auf das Vorderrad/Straße wegen der Reibhaftung ausgeübt wird und dann geht das ABS in die Vollen. So habe ich es sinngemäß bei BMW gelesen/verstanden.
Aber ich glaube nicht, dass das menschliche Gehirn das so mitbekommt. Nicht mal das von Sheldon Cooper :bounce:
Richtig ist, dass bei der GS mit Integralbremssystem das Hinterrad stärker gebremst wird als das Vorderrad (also quasi "überbremste" Hinterachse, keine Gleichdruck-Verteilung).
Deine Schlussfolgerung mit der Vorderachse ist nur teilweise richtig. Optimale Bremswirkung beim Motorrad wird erreicht, wenn die dynamische Radlastverteilung voll ausgenutzt wird, also durch das Eintauchen mehr Aufstandskraft aufs Vorderrad bringen und somit auf dem Vorderrad mehr Bremskraft absetzten zu können. Höhere Aufstandskraft heißt dann auch höheres ABS Regelniveau (Druck).
Bei geringerer Aufstandskraft regelt das ABS auch früher an, deshalb schreibt BMW, man solle nicht schlagartig den Bremshebel durchziehen sondern "langsam" den Bremsdruck aufbauen, um möglichst viel dynamische Radlastverteilung aufs Vorderrad zu bringen. Soweit zur Theorie, in Schrecksituationen wird der normalsterbliche Motorradfahrer (abgesehen von ein paar selbsternannten Superhelden) den Hebel trotzdem schnell und voll durchziehen, und dann muss/wird es eben das ABS richten. Dafür ist es ja da ;)

MfG, Stefan
 
oerst

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Bei geringerer Aufstandskraft regelt das ABS auch früher an, deshalb schreibt BMW, man solle nicht schlagartig den Bremshebel durchziehen sondern "langsam" den Bremsdruck aufbauen, um möglichst viel dynamische Radlastverteilung aufs Vorderrad zu bringen.
Grds ja richtig, aber bei BMW gelesen habe ich das noch nicht.
Hast Du da nen Link?
 
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gs3

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Betriebsanleitung Seite 90, Abschnitt "Bremsen"
RTFM ;)
Und hier steht (bei der PDF Version auf Seite 85):

"Bremsen
Wie erreicht man den kürzesten Bremsweg? Bei einem Bremsvorgang verändert sich die dynamische Lastverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad. Je stärker die Bremsung, desto mehr Last liegt auf dem Vorderrad. Je größer die Radlast, desto mehr Bremskraft kann übertragen werden.
Um den kürzesten Bremsweg zu erreichen, muss die Vorderradbremse zügig und immer stärker werdend betätigt werden.
Dadurch wird die dynamische Lasterhöhung am Vorderrad optimal ausgenutzt. Gleichzeitig sollte auch die Kupplung betätigt
werden. Bei den oft trainierten "Gewaltbremsungen", bei denen der Bremsdruck schnellstmöglich und mit aller Kraft erzeugt wird,
kann die dynamische Lastverteilung dem Verzögerungsanstieg nicht folgen und die Bremskraft nicht vollständig auf die Fahrbahn
übertragen werden. Das Blockieren des Vorderrads wird durch das BMW Motorrad Integral ABS verhindert."


Gut, dann werde ich also beim nächsten Mal wenn die Mutti mit den 3 schreienden Kindern hinten drin im VW-Sharan volle Lotte rückwärts aus der Einfahrt auf meine Fahrspur fährt und die entgegenkommende Fahrspur mit einem Bus besetzt ist, unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die dynamische Lastverteilung dem Verzögerungsanstieg nicht so schnell folgen kann, den Bremshebel "zügig und dann immer stärker werdend" betätigen. Vorsorglich lese ich in dieser Situation einfach nochmal kurz die Anleitung im Handbuch nach. Wenn ich Glück habe, lande ich dann, wie ein Freund vor 2 Wochen, nach dem mit dieser Art der Bremsung wohl unvermeindlichen Einschlag nicht an der A,B oder C Säule oder der Dachkante des Sharan, sondern fliege mit dem Kopf/Helm voran durch eine der Seitenscheiben in den Innenraum, wo ich dann sanft von einem Seitenairbag aufgefangen werde. Wenn ich Glück habe....

Danke an BMW für diesen äußerst praktikablen Hinweis: in Zukunft also keine Schreck-/Gewaltbremsung mehr, egal wie viel Zeit dafür ist oder eben nicht.
 
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QVIENNA

QVIENNA

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Progressives Bremsen (Notbremsen) sollte man schon einige Male pro Saison üben, damit man weiß, wie das Moped reagiert/reagieren kann. Vielleicht mal 15 Minuten Zeit investieren und das üben, inkl. Ausweichhaken.
 
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gs3

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Es gibt die Theorie und die Praxis und darüber hinaus noch die "theoretische Praxis".
Letztere wird beim Fahrertraining und bei den auch von mir pro Jahr zahlreich durchgeführten Bremsübungen praktiziert. Bei diesen Übungen, jedenfalls ich mache das so, lege ich den Bremspunkt fest oder gebe mir ein - vermeintlich - "plötzliches" Bremskommando. Ich tue das jedoch nicht, wenn ich auf eine Mauer o.ä. tödliches Hindernis zufahre.
Je nach Trainings-/Übungszustand und nach einer gewissen Anzahl von Wiederholungen klappt das dann auch recht ordentlich mit dem progressiven Bremsen.

In der wirklichen Praxis sieht das halt eher anders aus: da kenne ich den Bremspunkt eben gar nicht vorher, sondern werde von der Situation wirklich überrascht und bekenne mich ganz offen dazu, dass ich dann in der Regel den Hebel einfach voll zuziehe, v.a. wenn kein Platz fürs Ausweichen ist. Das ist der Grund, warum ich seit Jahr und Tag mit ABS fahre, sogar auf meiner 300'er Vespa.

Die Situationen sind nicht extrem häufig, aber es gibt sie bei mir doch hin und wieder pro Saison:
- Ein Auto fährt einfach raus, obwohl ich mit dem Fahrer vorher (vermeintlich) Blickkontakt hatte.
- Oder einer wechselt plötzlich und unvermittelt die Spur.
- Ein Kind springt auf die Straße und ich habe es vorher nicht gesehen. Ich bremse schon voll bei dem Ball, der auf die Straße fliegt.

Klar kennt man diese Situationen alle auch aus der Erfahrung, aber immer dann, wenn es wirklich überrraschend und extrem knapp ist, zieh ich den Hebel voll durch, und das ohne bewusst über das Bremsen nachzudenken. Es ist dann schlichtweg keine Zeit dafür, hier die "Bremsbacken sanft an die Scheiben anzulegen und dann den Bremsdruck zu steigern".
Sowas kann ich vielleicht schon mal in der "Vorausschau" vor/in einer blinden Kurve machen, aber nicht wenn 5-10 m vor mir ein Fahrzeug im 90° Winkel auf die Fahrbahn fährt und auf der Gegenfahrbahn voller Verkehr ist.

Sicherlich gibt es den einen oder anderen Valentino R., der in - absolut jeder - Situation das progressive Bremsen beherrscht und/oder auch bei Gegenverkehr noch den Platz für das Ausweichmanöver findet. Ich gratuliere den Glücklichen! Meine Bewunderung ist mit Euch!

Allen - den Profis wie den Laien - wünsch ich gute Fahrt und für die (un-)blutigen Laien wie mich, bedarf es halt dem ABS sowie der nötigen Portion Glück.

Gruß GS3
 
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QVIENNA

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Herr Rossi fährt ja auch keine GS !

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oerst

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Wie ist das jetzt eigentlich mit dem Kurven ABS [emoji48][emoji48][emoji48]
 
Thema:

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