Das stärkste Indiz für die Labor-Theorie ist der Forschungsantrag "DEFUSE" von 2018. Verfasst wurde er unter anderem von der chinesischen Expertin Shi Zhengli.
Die Forscher planten, Fledermaus-Coronaviren
eine Eigenschaft hinzuzufügen, die in keinem natürlichen SARS-verwandten Virus vorkommt, um das Eindringen in die menschliche Lunge zu erleichtern. "Ein Jahr nach dem Leak von 'DEFUSE' tritt in Wuhan SARS-CoV-2 auf - ein neuartiges Coronavirus mit eben jener einzigartigen pandemischen Eigenschaft, die Wissenschaftler dort gezielt in neue Viren einbauen wollten", sagt Investigativreporterin Emily Kopp in der ZDFinfo-Doku.
Für Fachhleute besonders alarmierend: Die riskanten Experimente sollten aus Kostengründen in einem Labor der Sicherheitsstufe 2 stattfinden, nicht in einem Hochsicherheitslabor.
„Das ist ein Maß an Biosicherheit, die einer Arzt- oder Zahnarztpraxis entspricht."
Richard Ebright, Molekularbiologe
Auch Jahre nach dem Ausbruch wird die Diskussion über den Ursprung von Covid-19 in zwei Lagern geführt. Zweifelsfreie wissenschaftliche Beweise für die Laborunfall-Theorie gibt es nach wie vor nicht. Vieles, was die deutschen und amerikanischen Geheimdienste zu ihrer Einschätzung veranlasst, ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Debatte über den wahren Ursprung von Covid-19 ist also nach wie vor offen.