Reisebericht solo UK

Diskutiere Reisebericht solo UK im Touren- & Reiseberichte Forum im Bereich Unterwegs; Tourenplan + Reisebericht UK-Tour August 2026 Da meine Freundin aus unterschiedlichen Gründen verhindert war, ich aber meine zwei Wochen Urlaub...
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Tourenplan + Reisebericht UK-Tour August 2026

Da meine Freundin aus unterschiedlichen Gründen verhindert war, ich aber meine zwei Wochen Urlaub nicht sinnlos verschwenden wollte und ich die GS nur für solche Erfordernisse erworben hatte, sie aber seit dem letzten Jahr mangels längerer Touren nur für einen WE-Trip im Einsatz war, war eine Motorrad-Tour die nahe liegende Option. Ich begann mit der Tourenplanung erst rund 2-3 Wochen vor der Tour und zog zunächst Skandinavien in Betracht. Da ich zum ersten Mal diese Reifen fahre, konnte ich die Reifenleistung nicht gut einschätzen. Die Erfahrungsberichte anderer Forennutzer helfen bekanntlich nur bedingt, die Spanne war doch zu groß, um eine sicheren Einschätzung zu gewährleisten. Aufgrund der vermutlich relativ hohen km-Anzahl für eine Reise in den hohen Norden entschied ich mich dann aber für eine Tour durch Großbritannien, was ich noch nie bereist hatte.

Nachdem ich die grobe Planung unter Eingabe zahlreicher Konditionen mit der KI (zunächst ChatGPT, aber da diese KI mich in den Wahnsinn getrieben hat mit ihren Fehlangaben und der Unfähigkeit, präzise Anforderungen umzusetzen, bin ich dann auf Grok von X umgestiegen) durchgeführt hatte, kamen danach für die Feinjustierung Booking.com, Airbnb und für die Touren Kurviger bzw. Google Maps zum Einsatz. Hotels hatte ich in UK relativ schnell verworfen, weil die Preise fernab von gut und Böse waren. Meistens Beträge von 250 Euro und mehr für eine Nacht in einem Standard-Hotel waren mir dann doch zuviel des Guten. Das Ziel des jeweiligen Tages habe ich daher auf Basis der Verfügbarkeit der Unterkunft in der Region gewählt, die ich vorab in der Tourenplanung festgelegt hatte.

Ich reiste zum ersten Mal über eine längere Tour mit dem Kofferset und entschloss mich aufgrund meiner Erfahrungen in der Vergangenheit dazu, mal mit so wenig Klamotten wie nötig zu reisen, da ich bisher meist viel zu viel Alltagsklamotten mitgenommen hatte. Ich hatte nie wirklich berücksichtigt, dass man solche nur für wenige Stunden am Tag benötigt – wenn überhaupt. Wie sich herausstellen sollte, war das die richtige Entscheidung und das Koffersystem mit den Innentaschen ist einfach hervorragend, wenn man Reisen mit der Rennmaschine und Rolle + Rucksack gewohnt ist.

Hinweis: Die Touren sind zum Teil erheblich von der ursprünglichen Planung, die in den Screenshots von Kurviger ersichtlich sind, abgewichen. Ich bin einige Male – z.B. an den Tagen, an denen ich eine zweite Nacht in einer Unterkunft verbracht hatte - deutlich längere Touren gefahren. Im Groben stimmen sie aber.

Tag 1: Region Mannheim → Calais

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Los ging’s montags aus der Region um Mannheim nach einem Wochenende, das ich mit Freunden bei einem Junggesellenabschied in Prag verbracht hatte. Beste Bedingungen also für einen ersten Urlaubstag mit einer reinen Fahrtzeit laut Navi von 9h30m. :D

Gegen 7:45 Uhr verabschiedete ich mich von Frau und Hund und fuhr los. Bis kurz nach der belgischen Grenze fuhr ich durch Rheinland-Pfalz. Da es Montag Morgen war, hielt sich der Verkehr auf den vielen schönen Strecken durch die wunderschöne Pfalz in Grenzen, die Hitze störte mich nicht sonderlich. Eine erste Pause machte ich kurz vor der belgischen Grenze, um etwas zu essen. Kurz hinter St. Vith ging es dann für den Rest der Strecke auf die Autobahn – gähnende Langeweile und keinerlei Schutz vor der Hitze sind nicht unbedingt des Moppedfahrens Highlight. In Calais habe ich in einem etwas heruntergekommenen, aber sauberem Hotel übernachtet. Das Wichtigste: es hatte eine Garage. Da ich schon mal ein Mopped im Urlaub geklaut bekommen habe, bin ich jetzt ziemlich paranoid... In der Stadt selbst war ziemlich viel Gesocks unterwegs, viele total kaputte Leute und sehr viele vermutlich illegale Migranten, die lärmend und saufend rumlungerten. Dass diese Stadt stark von der illegalen Migration nach GB betroffen ist, zeigen auch diese Graffiti.

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Nach einem kurzen Pub-Besuch mit durchschnittlichem Essen und gutem Bier – ein erstes Restaurant hatte ich aufgrund völlig überhöhter Preise schnell wieder verlassen – ging es noch Richtung Meer, um den Ausblick zu genießen.

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Danach saß ich noch ein wenig an diesem Kanal, bevor es früh zu Bett ging.

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Tag 2: Calais → Swindon

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Am nächsten Morgen ging es um 06:00 Uhr los Richtung Eurotunnel. Dort bin ich dann viel zu früh angekommen, habe aber sofort vom System einen Platz im früheren Zug angeboten bekommen, was ich natürlich angenommen habe. Die Organisation ist vorbildlich, da könnte sich die Deutsche Bahn so einiges von abschneiden. Jedenfalls war das meine Meinung an diesem Tag, die sich am Rückreisetag noch ändern sollte. Wie man auf dem Bild sieht war absolut gar nichts los, keine Ahnung, ob wegen der Uhrzeit oder wieso auch immer. Mir sollte es recht sein.

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Auch im Zug verlief alles reibungslos, auch wenn ich unsicher war, dass das Bike wirklich stehen bleibt. Zum Glück war meine Sorge aber unbegründet.

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In Folkestone angekommen war ich erstmal dankbar für die Schilder "left lane drive!", woran ich echt nicht mehr gedacht hatte. Sich daran zu gewöhnen – es war das erste Mal für mich mit dem Motorrad, mit dem Auto hatte ich schon einige Erfahrungen in Neuseeland sammeln dürfen – ging jedoch überraschend schnell vonstatten. Mit dem Moped bin ich – wie gesagt - noch nie links gefahren und hatte durchaus Respekt davor. Es ging dann die abgebildete Strecke südlich um London rum und was soll ich sagen: es war abenteuerlich. Man muss es mal erlebt haben, auch wenn es kaum Spaß macht mit dem Mopped. Die Straßen sind alle sehr schmal (schmaler als der übliche deutsche Feldweg), rechts und links Gebüsch/Hecken/Mauern, die Qualität der Straßen ist unterirdisch, überall liegen Steine und Schotter rum, Schlaglöcher allerorten. Die völlig übertriebene Geschwindigkeit bei so manchem der entgegenkommenden Fahrzeuge, die meistens nicht mal an einem Mopped vorbeipassen, hilft nicht unbedingt dabei, das Ganze entspannter anzugehen. Das geht sowieso nicht, weil man quasi alle 1-2 km abbiegen muss. Also: volle Konzentration, aber kaum Strecken machen und schön gammeln. Leider habe ich kein Bild eines dieser Straßen gemacht.

Verrückt ist, dass hier oft einfach aus dem Nichts, nachdem man kilometerlang Vorfahrt hatte, die Vorfahrtstraße endet und man eine andere Straße passieren muss, wobei also Vorfahrt zu gewähren ist. Wenn das überhaupt durch ein Schild angekündigt wird, dann extrem spät. Das Schild zu sehen ist eine Kunst, weil es superklein ist und meistens schon längst überwuchert.

Zu diesem Zeitpunkt frage ich mich wirklich, wie die ganzen Autos dort noch so gut aussehen können...

Kurz vor meiner Unterkunft in der Nähe von Oxford war ich in Stow-on-the-wold, einem malerischen Ort mit den für die Region üblichen Steinhäusern.

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Fun Fact: hier findet nach wie vor einmal pro Jahr vor der Stadt ein Pferdemarkt statt - von und für Zigeuner. Zitat Wikipedia: "Das veranlasst nahezu alle Hotels, Pubs und Läden für diesen Zeitraum zu schließen."

Genächtigt habe ich in einem Airbnb in einem Privatzimmer bei einer älteren Dame, die sich mit 3 Jobs über Wasser hält, um das Haus abzubezahlen, nachdem ihr Mann vor ein paar Jahren an Krebs verstorben ist. Eine super starke Frau, die das gar nicht realisiert und fast geheult hat, als ich ihr das deutlich gemacht habe.

Ich holte mir noch etwas zu Essen im Supermarkt und ging dann relativ zeitig zu Bett. Aufgrund meiner Paranoia habe ich das Mopped hinter ein Holztor geschoben, obwohl das Haus in einem sehr sicheren Wohngebiet liegt.

Tag 3: Swindon → Bryn y Cadno

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Diesmal habe ich bis fast 8 Uhr gepennt und bin gemütlich gestartet, weil die Tour an diesem Tag sehr kurz war. Die Strecken waren überwiegend nach wie vor ziemlich öde, sehr viele dieser engen und einspurigen Straßen, nur mit anderer Vegetation an den Seiten.

Zwischendurch habe ich an dieser Ruine gehalten, die natürlich auf einem Hügel liegt und einen wunderschönen Ausblick über die Region bietet.

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Da die Tour so kurz war und ich nicht nur in der Unterkunft rumhängen wollte, habe ich spontan - leider hat mein Internet plötzlich nicht mehr funktioniert - einen Abstecher nach Swansea gemacht. Hätte man sich sparen können, da gibt's nix wirklich zu sehen.

Bin dann gegen 16-17 Uhr rum in der Unterkunft angekommen - am Arsch der Welt. Das Navi führt dich falsch, es gibt kein Internet, man fährt noch auf einem Schotterweg hin: einfach wundervoll! Ich habe viel Zeit mit zwei zuvor gekauften Bierchen an diesem Bach verbracht, bin - begleitet von einem der beiden supersüßen Hunde und nach einem Tipp eines der Bewohner des Hauses - auf einen Hügel direkt hinter dem Haus hoch, um von dort die Aussicht auf das ganze Tal zu bewundern und dann ins Bett.

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Tag 4: Bryn y Cadno → Black Mountain Pass → Conwy Principal Area

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Heute sollte es erste Mopped-Highlights geben - aber von vorne. Ich bin um 7 morgens losgefahren, habe die aufgehende Sonne in der Region bewundert und bin über unzählige der gewohnt engen Straßen gefahren. Nach einer Weile war ich schon enttäuscht, dachte ich doch, dass einer dieser Straßen ernsthaft der hoch gelobte schöne Mopped-Pass gewesen sein soll. Dann ein kurzes "Highlight": dieser junge Mann hier in einem kleinen Örtchen, nebst Mini-Ruine.

Aber kurze Zeit später wurde nicht nur die Qualität des Asphalts viel besser, sondern auch die Straßen generell. Schöne Kurven, wenig Verkehr: wunderbar. Dann ging es in die Berge, herrlich. An einer Staumauer wollte mich das Navi ca. 9 km in eine Richtung Offroad schicken - und dann wieder zurück. Der Straßenarbeiter meinte, dass manche wieder zurückfahren, andere weiter zur Devils Bridge. Mehr habe ich nicht wirklich verstanden, der Dialekt ist krass. 😄

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Ich bin dann natürlich los, Offroad will ich sowieso mit der GS zukünftig angehen. Es hat echt Spaß gemacht und ich war perplex, wie leicht das Stahlschwein zu handeln ist offroad, wesentlich einfacher als die 250er Enduro, die ich mal durchs andalusische Gebirge geprügelt habe.

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Nach 9 km kommt ein Tor und das Navi sagt "bitte wenden". Ich habe keine Ahnung, ob ich da durch darf, also drehe ich das Stahlschwein an diesem relativ steilen Teil - für mich als 170 Pimpf gar nicht so ohne. Ich genieße gerade noch die Aussicht, da sehe ich zwei Moppeds ziemlich zügig ankommen aus der Richtung, aus der ich gekommen war. Bei mir angekommen, öffnet der erste das Tor, der andere kommt nach. Der eine fragt mich per Zeichensprache, ob alles gut ist, aber kommt dann nach mehrfachem Daumen hoch von mir trotzdem her, um nachzufragen. Da stellt sich heraus, dass die Jungs eigentlich zu 4. unterwegs sind, aber zwei fehlen. Da es keinen Empfang gibt, fuhr der eine zurück, während ich mit dem anderen ins Gespräch komme. Irgendwann taucht der andere mit einem seiner Genossen wieder auf, der andere ist gestürzt, nagelneue Teneré bisschen lädiert, er ist nach Hause.

Die Jungs bieten mir an, sie zu begleiten. Es gäbe nur eine anspruchsvollere Stelle mit Flussdurchquerung und anschließend steiler Stelle. Ok, Abfahrt. Vor dem Fluss war ein kleiner Bagger am werkeln, an dem ich wegen der Koffer nur mit Maßarbeit – 1cm war noch Platz - vorbeikam. Danach ging es durch den seichten Fluss (vll 50 cm tief) und dann an die steile Stelle - die wirklich steil war, schlammig und mit großen Steinbrocken. Ich musste am Hügel anhalten und dann wieder los... Puh. Aber gemeistert, ohne mich zu legen, einen Fistbump vom neuen Kollegen gab's als Belohnung dazu.

Kurz später ging's auf die Straße, wir haben an der Devils Bridge - was ein Ort ist und keine Brücke - noch zusammen gegessen, ausgiebig geplaudert und dann trennten sich unsere Wege wieder. Die Jungs waren supersympathisch, was sich für die Bevölkerung auf der Insel als repräsentativ herausstellen sollte.

Die Jungs waren mit Teneres mit entsprechender Bereifung aber ein wenig besser aufgestellt als ich. :D

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Danach folgten noch viele km schöne Bergstraßen mit schönen Kurven, herrlich. Als ich gerade mit ca. 130 bei erlaubten 97 einige Autos überholte, sehe ich im Rückspiegel, wie mir einer folgt - mit Blaulicht vorne im Kühler. Oje... Wie hoch sind hier eigentlich die Strafen?

Aber was macht er? Ballert auch an mir vorbei und weg war er. So könnte das immer laufen. 😁

Kurz darauf kam ich in Llanrwst (die walisischen Namen sind schon amüsant 😁) an. Erstmal ein längeres Telefonat mit meiner Freundin geführt, danach eine kurze Sightseeing Tour durch das sehr schöne Dörfchen – hier ein ehemaliges Gericht aus dem 15. Jahrhundert hinter einer malerischen Steinbrücke - mit anschließendem Pub-Besuch für Pizza und Bier und Gespräch mit dem Stammkunden und dem Chef, danach ging's in die Heia.

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Was auch beim Spaziergang durch den Ort wieder auffiel: viele Kirchen sind in katastrophalem Zustand, baufällig, manchmal steht ein "Zu verkaufen"-Schild davor, andere dienen wohl als Lagerplatz für Schrott und Sperrmüll. Seltsam und traurig zugleich.

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Tag 5: Snowdonia Exploration

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In Llanwrst habe ich zwei Nächte verbracht, um den Black Mountain Pass und einige Strecken in der Nähe zu fahren. Auch wollte ich die Gelegenheit nutzen, dass ich mein Gepäck in der Unterkunft belassen konnte, um zumindest ein bisschen wandern zu gehen. Da ich außer Wanderstiefeln, Hose und Shirt keinerlei Equipment dabei hatte, blieb es aber bei einer kurzen 5 km Runde über den Berg, da die einzige Alternativroute zum Gipfel von Wales höchstem Berg mit 15 km zu lang war, um sie ohne Verpflegung, Pulli etc. anzugehen. Der Ausblick war trotzdem phantastisch und die Bewegung, auch wenn sie mit einer Stunde und nur ca. 250 Höhenmeter sehr kurz war, tat nach der vielen Sitzerei dennoch sehr gut.

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Auch die Strecken mit dem Mopped waren sehr schön, trotz einer Nahtoderfahrung. Ein entgegenkommender PKW war für die Strecke - sehr kurvig, ein ständiges auf und ab, so dass man die Kurven oft nicht früh genug sieht, dazu für ihn bergab - viel zu schnell unterwegs, ist ausgebrochen und hat mich daher nur um cm verpasst, nachdem er seinen Wagen gerade so wieder einfangen konnte. Ich hätte dort aufgrund der Bäume am Straßenrand keine Chance auf Ausweichen gehabt.

Den Tag habe ich dann bei einem Bier und Sandwich in der selben Kneipe vom Vortrag ausklingen lassen, wo man wieder die selben Stammkunden antraf.

Tag 6: Conwy Principal Area → Darley Dale, Matlock

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Am folgenden Tag wartete ebenfalls eine relativ kurze Strecke, weshalb ich erstmal schön ausschlafen konnte. Um neun bin ich gemütlich los zum Supermarkt, habe ein bisschen was fürs Frühstück geholt, um dann - wie fast immer hier - stundenlang durch die Gegend zu fahren, bis man endlich eine Bank mit Ausblick findet. Auch die Rastplätze – egal, ob an größeren Straßen oder der Autobahn – sind wirklich so wenig einladend, dass man sofort weiterfahren will. Eine Bank findet man auch hier äußerst selten vor.

Die Strecken ließen leider zu wünschen übrig, nur dieses schöne Dörfchen mit einer für England - ich hatte mich mittlerweile wieder aus Wales verabschiedet - typischen Kirche hat mich kurz zum Anhalten bewogen.

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Irgendwann traf ich auf diesen Motorrad-Treff, wo ich natürlich anhalten musste.

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Hier kam ich sofort mit einem ebenfalls gerade eintreffenden Fahrer ins Gespräch, der eine Zeit lang in Darmstadt tätig war. Mit diesem zog ich nach einer ausgiebigen Pause und angenehmen Gespräch weiter zum nächsten Biker-Treff im Stadtzentrum von Matlock, einer sehr seltsamen Stadt voller Touris, die ihre Kinder in für sie präparierte Spielhöllen schickten.

Nachdem ich mich von Craig verabschiedet hatte (der mir noch seine Nummer gab und mir einschärfte, mich ja zu melden, sollte ich ein Problem kriegen in UK), ging es dann irgendwann in meine Unterkunft, einem Privatzimmer mit Badezimmer im Hauses eines älteren Herrn samt Parkplatz hinter dem Haus (gut für meinen Schlaf ;-)). Briten sind einfach unfassbar nette, freundliche und zuvorkommende Menschen. Was würde ich für so eine Gesellschaft in Deutschland geben!

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Tag 7: Peak District

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Dieser Tag verlief äußerst enttäuschend. Der offenbar bei Bikern beliebte Snake-Pass war ziemlich öde und der Verkehr unglaublich dicht, der wohl berühmte Cat & Fiddle Pass war gesperrt und auch die Straßen in der Umgebung waren ziemlich langweilig. Ich habe mich dann relativ früh in die Unterkunft begeben, die Touren für die nächsten Tage optimiert und viel gegammelt.

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Tag 8: Darley Dale, Matlock → Cumberland

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Erneut begann der Tag mit ausgiebig engen Straßen, was ziemlich ermüdend und nervig war. Ich fuhr so ziemlich durch, ohne Pausen zu machen, nicht mal tanken muss man aufgrund der geringen Distanz, die man in grausam langsamer Geschwindigkeit zurücklegt. Irgendwann erreichte ich ein Touri-Gebiet auf dem Weg in ein Städtchen namens Workington, wo meine heutige Unterkunft auf mich wartete. Ein malerisches Panorama, vorne ein großer See, dahinter die Bergkulisse. Wunderschön. Wenn da nicht die 7 Mio. Touris (wie ich) wären. Und aus mir unbekannten Gründen schien halb China auf Betriebsausflug hierher zu sein, also schnell weiter, obwohl ich mittlerweile wirklich eine Pause und etwas zu Futtern nötig hätte. Mein Navi hat mich dann irgendwo 10 km an einem anderen See entlang geschickt, wo die Strecke endlich mal ein wenig breiter war und Spaß machte. Die 10 km ging es dann wieder zurück und weiter. Danach wechselten sich immer sehr kurz halbwegs brauchbare Strecken mit grausamen ab, aber das Panorma entschädigte einen meist. Kurze Zeit später kam dann der eigentlich kurvenreichste Teil der heutigen Ausfahrt - und alles war komplett neu mit Rollsplit ohne Ende bedeckt. Glückwunsch! Und das ca. 15 km lang... :(

Da ich noch 2h überbrücken musste und mein Hunger unerträglich wurde, bin ich in Keswick ins erstbeste Restaurant/Biergarten direkt an einem Parkplatz. Das entpuppte sich leider als absoluter Reinfall. Ein Burger in schlechter (ich wusste gar nicht, dass das möglich ist) MC Donalds Qualität für den Preis eines Restaurant-Burgers...

Nun gut, sollte nicht so mein Tag sein. In der Unterkunft angekommen, bin ich noch ans Meer spazieren gegangen und dann früh ins Bett. Aber interessant, aas man hier so alles findet... ;D

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Deshalb habe ich dann auch die Kurvenplanung nochmal angepasst und "Kleinste Straßen" bei Kurviger ausgeschlossen. Das Problem: dadurch haben sich lediglich die Routen verlängert, eine Veränderung kann ich im Vergleich mit der alten Route nicht erkennen. Da es nun nach Schottland ging, lag die Hoffnung darin, dass diese Form der Straßen jetzt endlich ein Ende findet.

Tag 9: Cumberland → Livingston

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Der Tag begann mit langweiligen Strecken, die aber für kurze Zeit mit einem schönen Panorama gespickt waren, ohne erwähnenswerte Vorkommnisse, bis ich die schottische Grenze passierte.

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Ab da wurden die Straßen schöner, der Asphalt besser, die Stimmung hob sich. So kam ich an diesem Kloster vorbei, das ich spontan besuchte. Durchaus sehenswert, war es den Eintrittspreis von 7,50 Pfund durchaus wert.

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Danach habe ich nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort an meinem Motorrad einen älteren Herrn vorgefunden, der es ausgiebig bewunderte (was ich angesichts der reinen Notwendigkeit, eine GS zu fahren, durchaus befremdlich fand - man möge mir das als Rennmaschinenfahrer verzeihen). Dieser entpuppte sich samt Frau und Reisegruppe als waschechter Ossi aus Sachsen, mit dem sich ein reges Gespräch entwickelte. 85 Jahre alt (sah nicht ansatzweise so aus), ehemaliger Motorradfahrer (mit 80 freiwillig aufgegeben), sehr freundlicher Mann.

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Daraufhin ging es noch einige schönes Strecken weiter, bis es dann schon über die üblichen kleinen Sträßchen gen Ankunftsort in Livingston, ca. 40 Minuten entfernt von Edinburgh gelegen, ging. Für die Pause...

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...habe ich aber genauso einen guten Ort gefunden wie für das abendliche Bier.

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Davor war ich noch bei einem Spanier, der aber eher Fastfood-Atmosphäre aufwies.

Livingston ist übrigens eine erst 1962 gegründete Planstadt, um die Überbevölkerung von Edinburgh zu bekämpfen. So sieht sie auch aus: um den Stadtkern rum Trabantenviertel, die immer wieder identische Häuser und Grundstücke vorweisen, die sich dann alle paar Straßen ändern. Der Stadtkern selbst besteht aus Einkaufszentren und Outlets, umgeben von Supermärkten. Hübsch.

Tag 10: Edinburgh

In der Unterkunft standen zwei Nächte an, an folgenden Tag ging es mit dem Mopped nach Edinburgh, aber in eine - sündhaft teure - Tiefgarage. In einem britischen Moppedforum warnte man mich vor dem Motorraddiebstählen vor Ort, weshalb ich auch die Unterkunft außerhalb gewählt hatte (bezahlbare Hotels mit Garage habe ich nicht gefunden). In der Tiefgarage zog ich mich kurz um, dann ging's in die Stadt. Was soll ich sagen? Wunderschöne Stadt, die Architektur, teilweise zusammen mit dem Blick auf die Berglandschaft - wunderschön. Gleichzeitig aber: Massentourismus ohne Ende. Und nochmal: Wie soll ich mich beschweren, wenn ich Teil dessen bin? Aber es ist zuviel. Dazu gleich mehr.

Die Tiefgarage liegt nahe am Calton Hill, mit dem ich meine Stadtbesichtigung beginne. Wunderschöne Aussicht in alle Richtungen, viele Menschen, aber es verläuft sich, daher kann man die Aussicht in alle Richtungen genießen. Dann geht's in die Altstadt.

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Man schiebt sich teilweise durch die Massen, alle - ungelogen - 10-20 Meter will mir jemand einen Flyer in die Hand drücken, alle 50-100 Meter führt irgendein Street-Art-Künstler seine Fähigkeiten vor. Es ist einfach viel zu viel.Beim Besuch in einer Kirche folgendes Szenario: vor dem Eingang steht ein Herr, der alle informiert, dass an der Tür ein Typ steht, der um Spenden für die Kirche bittet, der Eintritt sei aber frei, es ist ja eine Spende. Dadurch, dass der Typ an der Tür aber jeden gezielt anspricht und man auch problemlos mit Karte spenden kann, tun das die meisten.

Innen: es findet ein Gottesdienst statt, während sich gleichzeitig Tourimassen drum herum schieben und sogar eine Ausstellung direkt neben dem Bereich, in dem die Predigt gehalten wird, besichtigen können. Alle Kirchen haben LGBTQI(??)-Flaggen präsent, die Mitarbeiter sehen auch sehr speziell aus. Nun ja.

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Ich fliehe auch hier und gehe zur Burg. Menschenmassen, Künstler, Flyern. Burg ausgebucht. Zurück. Tour durch die Altstadt, Friedhof, National Museum of Scotland. Ganz nett, aber wenig Struktur leider, keine Richtung, um eine Chronologie der Geschichte des Landes zu vermitteln. Schade, hätte man mehr daraus machen können.

Ich entscheide mich, die Stadt hinter mir zu lassen und außerhalb etwas zu Essen, dazu noch eine - gerade zufällig im Internet entdeckte - Kapelle anzuschauen. Ca 20-30 Minuten Fahrt, wie schon die ganze Zeit war auch heute übrigens bestes Wetter, dann erstmal ein leckerer Burger in schöner Biergarten-Atmosphäre am Rande eines Dorfes, vielleicht 300 Meter entfernt von der Kapelle, wo es nach der Essenspause hingehen sollte. Aber auch hier: ausgebucht. Super. Also zurück in die Unterkunft, ein wenig entspannt und früh zu Bett.

Tag 11: Livingston → Highland Council

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Heute ging's in die Highlands - und das Wetter sah erneut gut aus. Ein wenig kühler als zuvor, aber mit 20-24° noch immer perfekte Bedingungen. Ich hatte noch nicht ein einziges Mal das Wetter für morgen gecheckt. Wieso auch? Soll ich mir den Tag potentiell bereits am Vortag vermiesen lassen, weil eventuell schlechtes Wetter sein könnte? Nö.

Es kamen sehr viele schöne Strecken, die ich alle ohne Pause abfuhr. Irgendwann wurde es gebiergiger, bis ich in den Highlands war. Eine wunderschöne Aussicht nach der nächsten, traumhaftes Panorama, einfach ein Traum eben.

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Nach einigen kurzen Fotostopps ging es dann 10 km in eine Richtung und wieder zurück. "Ich werde mir bei der Routenplanung schon was dabei gedacht haben", dachte ich mir und los ging's.

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Nach einigen km der gewohnt einspurigen engen Straße ging es "offroad" auf Schotterpisten den Berg hoch. Alles wunderbar, trotz Straßenreifen. Aber es ist keine Idee, auf - mittlerweile waren die Straßen seit einiger Zeit nass, es hat wohl geregnet - auf der Schotterpiste (rechts und links Schotter, viele zum Teil recht tiefe Schlaglöcher, teilweise grobe Steine/Geröll) die "Seite zu wechseln" und über den nassen Grünstreifen in der Mitte zu fahren. GS müde, GS schlafen.

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Ich konnte von Glück sagen, dass ich so gefallen bin und nicht in die andere Richtung. So konnte ich das Eisenschwein - oder eher die Eisenkuh - wieder relativ problemlos aufrichten. Sie aber wieder auf den Weg zu bekommen, war eine andere Sache. Ich habe es ein bisschen zurückgezogen bekommen, aber mehr ging nicht. Also stehend daneben mit leichtem Gas auf den Weg fahren. Geschafft. Nass geschwitzt bis auf die Unterhose. Weiter geht's. Insgesamt vier Tore geöffnet und geschlossen, dann ging es bergab auf teilweise sehr starkem Geröll. Als ich auf der Ebene war, ging es durch einen ca. 5 Meter breiten "Fluss", schätzungsweise so 50 cm tief. Ich treffe den einzigen richtig großen Stein, der mich blockiert. Ab mit beiden Beinen ca. knietief im Wasser. Dann rummanövriert, bis ich raus kam.

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1 km später diese Situation. Glückwunsch. Es läuft gerade. Aber ernsthaft; ich hatte echt viel Spaß.

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Es hat ewig gedauert, bis sich diese „Kühe“ (wie heißen die richtig?) mal von der „Straße“ bewegt haben. Die Situation war, glaube ich, nicht ohne, weil am Anfang ein Kalb sehr weit vorne alleine auf der Straße stand und später hinten ein Kalb seine Mutter komplett leer gesaugt hat, was alleine 15 Minuten gedauert hat (kein Witz). In der Zeit, nehme ich zumindest an, sollten Mutter und ggf. Vater erhöht in Alarmbereitschaft sein, um das Kind zu verteidigen, also habe ich komplett nichts gemacht. Die eine "Kuh" hatte mich schon mehrfach von nicht weit neben mir "angemuht". Irgendwann löste sich die Situation dann doch auf und es ging weiter.

Danach gab es erstmal Nervennahrung, als ich zurück in der Zivilisation war, um dann noch die 50 km bis zum Ziel zu fahren.

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Erst ging es noch 10 km darüber hinaus, um im Lidl noch ein wenig einzukaufen, dann ging es in die Unterkunft. Kaum war ich dort, fing es an zu schütten. Gutes Timing! Irgendwann nieselte es nur noch und ich bin an den See, wo es dann zusehends aufklarte und ich eine wundervolle Ausicht genießen durfte.

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Tag 12: Highland Council → Gayle

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Der Tag begann mit wundervollen Stecken bei genauso wundervollem Panorama - es war die gleiche Strecke, die ich am Tag zuvor gefahren war. Der einzige Unterschied: es hatte nachts ordentlich geregnet und so war leider alles klitschnass. Sobald die Strecken weniger interessant wurden, war der Asphalt trocken. So ging es den ganzen Tag dahin, ich fuhr und fuhr bis auf zwei kurze Pausen nahezu pausenlos - abgesehen von einer Bank, die ich tatsächlich gefunden hatte.

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Die Strecken waren meist das, was ich bereits kannte und nicht lieben gelernt hatte: zu viele enge, kleine Sträßchen (und ich mache das Bild natürlich an einer Stelle, an der es gut war...).

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Kurz vor dem Ziel wurde es deutlich besser, sowohl was die Qualität des Asphalts, als auch die Kurven anging.

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Die Unterkunft zu finden, war nicht so einfach, da sie hier jedem Haus einen Namen geben statt einer Hausnummer, was Google Maps oder andere Navigationssysteme ziemlich ratlos zurück lässt. Nach einigem Hin und Her - Airbnb meint leider, andere Sprachen automatisch übersetzen zu müssen, was das Ganze deutlich schlimmer macht, da man Beschreibungen kaum mehr nachvollziehen kann - habe ich das Häuschen doch gefunden. Nach einer Unterhaltung mit der freundlichen Gastgeberin ging's unter die Dusche und dann ab ins "Zentrum", wo alle Restaurants knallvoll waren. Ich fragte deshalb ein hier wohnhaftes Pärchen, ob an ihrem Tisch noch Platz sei, was nicht nur bejaht wurde, sondern zu seinem ausgiebigen Gespräch führte. Genau das, finde ich, macht das Reisen aus: der Kontakt zu den Einheimischen.

Während meiner Fahrt an diesem Tag kam ich an eine gesperrte Straße, weshalb ich das Navi zurate zog. Ein Spaziergänger dachte, ich wäre ein wenig "lost" und bat mir seine Hilfe an. So kamen wir mitten auf der Straße im Nirgendwo ins Gespräch, was erst mit dem nachfolgenden Auto endete - nach einer ganzen Weile. Der unzähligste und sicher nicht mehr benötigte Beweis, dass die Menschen hier einfach unfassbar freundlich sind.

Gegen 19:30 ging es zurück in die Unterkunft. Ein zwar fahrtechnisch nicht so toller, aber dafür anderweitig schöner Tag ging - wie auch der Urlaub - dem Ende entgegen. Ich überlegte, ob ich nicht in einem Rutsch morgen bis nach Hause durchfahren sollte. Das Problem: ich war darauf angewiesen, dass ich nicht nur deutlich früher am Eurotunnel ankommen würde, sondern auch einen Platz in einem früheren Zug erhalten würde - und mein Hotel in Calais stornieren können würde.

Weiter geht's in Teil 5...
 
ELTORNADO

ELTORNADO

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Tag 13: Gayle → Calais

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Heute hieß es Abschied nehmen von der Insel. Wundervolle Landschaften und herzliche Menschen, das ist das, was mir im Gedächtnis bleiben wird. Und natürlich einige andere Dinge. :wink:

Da ich einfach nur schnell gen Eurotunnel wollte, hieß es: 30-40 km schöne Strecken bis zur Autobahn, dann Langeweile. Lustig ist aber, was man auf britischen Autobahnen so alles erlebt. Fünf Dinge sind mir in Erinnerung geblieben: Zweimal fuhr ein Traktor auf der Autobahn, es gab ein paar Bushaltestellen, mehrere Abzweigungen (man muss über die dafür kurz geöffnete Mittelleitplanke über die andere Seite abbiegen), die Rastplätze sind eine Haltebucht mit Mülleimer und sonst nichts und das letzte ist mir gerade entfallen. :frown:

Um 13:00 Uhr war ich nach ca. 510 km angekommen, kämpfte mich durch eine unfassbare Schlange (wo mir jeder angesichts von mittlerweile 29° und praller Sonne Platz machte, spätestens sobald ich mich bemerkbar machte - außer einem Deutschen dicken SUV, der mich nicht vorbeiließ...) - und wurde dann für meine Naivität bestraft. Statt einen früheren Platz - ich hatte erst auf 20 Uhr ein Ticket gebucht, um den Zug sicher erreichen zu können - zu ergattern, musste ich wieder gehen, ich sollte maximal 2h vor Abfahrt des Zuges kommen, da es vorher keinen freien Platz mehr gab. Bis dahin sollte sich die Schlange aber wohl aufgelöst haben.

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Ich verbrachte die Zeit direkt im Dorf ums Eck, döste auf einer Bank vor mich hin, holte mir zwischendurch was zu Essen und war dann gegen 18 Uhr wieder am Eurotunnel.

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Die Schlange war zwar erheblich kürzer, aber 2-3 Stunden Wartezeit sei trotzdem zu erwarten. Glückwunsch.

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Statt früher loszukommen, würde ich jetzt auch noch viel später loskommen - und dadurch in ganz andere Nöte kommen. Für den Sonntag waren schwere Gewitter angekündigt und in die wollte ich nun wirklich nicht geraten. Also überlegte ich, einfach durchzufahren - was aber nicht ganz ohne sein würde nach so einem Tag. 510 km Fahrt nach einer nicht ganz so erholsamen Nacht, dann die Hitze, die Warterei…

Schließlich siegte die Vernunft dann doch. Das Hotelzimmer war bereits bezahlt, wir kamen erst um 23:30 in Calais an und ich wäre demnach morgens zuhause gewesen, was meinen Schlafrhythmus völlig ruiniert hätte.

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Also lag ich nach einer Dusche um 00:30 im Bett, der Wecker war auf 5 Uhr gestellt.

Tag 14: Calais → Region Mannheim

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Seltsamerweise hat das Handy zwar die Uhrzeit schon im Eurotunnel automatisch wieder auf die kontinentaleuropäische Zeit umgestellt, aber der Wecker klingelte doch erst um 6. Egal. Die Fahrt verlief dann bis auf einen Zwischenfall unspektakulär, als mich ein Kleinbus der Feuerwehr in Belgien fast über den Haufen gefahren hätte, weil er mich übersehen hat. Gut, dass die Hupe bei der GS durchaus was taugt im Gegensatz zu meiner Gixxer...

Um 13 Uhr war ich dann - auch aufgrund einer Vollsperrung mit 60 (!) km Umleitung - zuhause. Müde, die linke Po-Backe tat langsam weh, aber sehr glücklich beim Anblick meiner Freundin und des - leider erkrankten - Hundes.

Fazit des Urlaubs: Rund 80 % der Touren hätte ich zum Teil sogar verdoppeln können. Ich weiß nicht, wie die anderen Foren-Teilnehmer unterwegs sind, die mir zu diesen kurzen Touren rieten, aber viele waren tatsächlich deutlich zu kurz, auch wenn ich dadurch auch ein wenig Erholung hatte. 😉

Ich hatte in zwei Wochen UK keinen einzigen Regentropfen beim Fahren, das dürfte wohl Rekord sein. Perfekt erwischt, würde ich sagen. Die drei Länder sind landschaftlich wunderschön mit Schottland als absolutes Highlight, die Menschen superfreundlich, die Architektur (von außen) sehr schön. Einzig die oft sehr miese Straßenqualität und die sehr engen Straßen vor allem im England bleiben als kleiner, aber verschmerzbarer Wermutstropfen. In UK und v.a. Schottland war ich sicher nicht zum letzten Mal. Und was ich ganz vergessen habe, zu erwähnen: logischerweise können sich Moppedfahrer untereinander ja nicht mit links grüßen. Deren Ersatz dafür ist mehr als witzig: diejenigen, die nicht einfach trotzdem die linke Hand weit zum Winken heben, nicken quasi mit dem Kopf - aber seitlich. Das sieht so lustig aus, dass ich jedes Mal wieder lachen musste. Passt irgendwie perfekt zu einem Völkchen, das neben dem Straßenverkehr auch darüber hinaus vieles genau gegensätzlich macht.

Das Reisen mit der GS und dem Koffer/Taschen-System ist wirklich ein Traum gegenüber dem Reisen mit der Gixxer und einer Gepäckrolle. Insgesamt waren es ca. 4700 km, was die Reifen (CRA, die bereits 2500 gelaufen hatten) gut wegsteckten.

Danke für's Lesen, ich hoffe, es hat bei dem ein oder anderen Anreize für eine solche Reise gesetzt.

Beste Grüße,
dLzG (oder mit dem Kopf :giggle:)
 

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