ELTORNADO
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Tourenplan + Reisebericht UK-Tour August 2026
Da meine Freundin aus unterschiedlichen Gründen verhindert war, ich aber meine zwei Wochen Urlaub nicht sinnlos verschwenden wollte und ich die GS nur für solche Erfordernisse erworben hatte, sie aber seit dem letzten Jahr mangels längerer Touren nur für einen WE-Trip im Einsatz war, war eine Motorrad-Tour die nahe liegende Option. Ich begann mit der Tourenplanung erst rund 2-3 Wochen vor der Tour und zog zunächst Skandinavien in Betracht. Da ich zum ersten Mal diese Reifen fahre, konnte ich die Reifenleistung nicht gut einschätzen. Die Erfahrungsberichte anderer Forennutzer helfen bekanntlich nur bedingt, die Spanne war doch zu groß, um eine sicheren Einschätzung zu gewährleisten. Aufgrund der vermutlich relativ hohen km-Anzahl für eine Reise in den hohen Norden entschied ich mich dann aber für eine Tour durch Großbritannien, was ich noch nie bereist hatte.
Nachdem ich die grobe Planung unter Eingabe zahlreicher Konditionen mit der KI (zunächst ChatGPT, aber da diese KI mich in den Wahnsinn getrieben hat mit ihren Fehlangaben und der Unfähigkeit, präzise Anforderungen umzusetzen, bin ich dann auf Grok von X umgestiegen) durchgeführt hatte, kamen danach für die Feinjustierung Booking.com, Airbnb und für die Touren Kurviger bzw. Google Maps zum Einsatz. Hotels hatte ich in UK relativ schnell verworfen, weil die Preise fernab von gut und Böse waren. Meistens Beträge von 250 Euro und mehr für eine Nacht in einem Standard-Hotel waren mir dann doch zuviel des Guten. Das Ziel des jeweiligen Tages habe ich daher auf Basis der Verfügbarkeit der Unterkunft in der Region gewählt, die ich vorab in der Tourenplanung festgelegt hatte.
Ich reiste zum ersten Mal über eine längere Tour mit dem Kofferset und entschloss mich aufgrund meiner Erfahrungen in der Vergangenheit dazu, mal mit so wenig Klamotten wie nötig zu reisen, da ich bisher meist viel zu viel Alltagsklamotten mitgenommen hatte. Ich hatte nie wirklich berücksichtigt, dass man solche nur für wenige Stunden am Tag benötigt – wenn überhaupt. Wie sich herausstellen sollte, war das die richtige Entscheidung und das Koffersystem mit den Innentaschen ist einfach hervorragend, wenn man Reisen mit der Rennmaschine und Rolle + Rucksack gewohnt ist.
Hinweis: Die Touren sind zum Teil erheblich von der ursprünglichen Planung, die in den Screenshots von Kurviger ersichtlich sind, abgewichen. Ich bin einige Male – z.B. an den Tagen, an denen ich eine zweite Nacht in einer Unterkunft verbracht hatte - deutlich längere Touren gefahren. Im Groben stimmen sie aber.
Tag 1: Region Mannheim → Calais
Los ging’s montags aus der Region um Mannheim nach einem Wochenende, das ich mit Freunden bei einem Junggesellenabschied in Prag verbracht hatte. Beste Bedingungen also für einen ersten Urlaubstag mit einer reinen Fahrtzeit laut Navi von 9h30m.

Gegen 7:45 Uhr verabschiedete ich mich von Frau und Hund und fuhr los. Bis kurz nach der belgischen Grenze fuhr ich durch Rheinland-Pfalz. Da es Montag Morgen war, hielt sich der Verkehr auf den vielen schönen Strecken durch die wunderschöne Pfalz in Grenzen, die Hitze störte mich nicht sonderlich. Eine erste Pause machte ich kurz vor der belgischen Grenze, um etwas zu essen. Kurz hinter St. Vith ging es dann für den Rest der Strecke auf die Autobahn – gähnende Langeweile und keinerlei Schutz vor der Hitze sind nicht unbedingt des Moppedfahrens Highlight. In Calais habe ich in einem etwas heruntergekommenen, aber sauberem Hotel übernachtet. Das Wichtigste: es hatte eine Garage. Da ich schon mal ein Mopped im Urlaub geklaut bekommen habe, bin ich jetzt ziemlich paranoid... In der Stadt selbst war ziemlich viel Gesocks unterwegs, viele total kaputte Leute und sehr viele vermutlich illegale Migranten, die lärmend und saufend rumlungerten. Dass diese Stadt stark von der illegalen Migration nach GB betroffen ist, zeigen auch diese Graffiti.
Nach einem kurzen Pub-Besuch mit durchschnittlichem Essen und gutem Bier – ein erstes Restaurant hatte ich aufgrund völlig überhöhter Preise schnell wieder verlassen – ging es noch Richtung Meer, um den Ausblick zu genießen.
Danach saß ich noch ein wenig an diesem Kanal, bevor es früh zu Bett ging.
Tag 2: Calais → Swindon
Am nächsten Morgen ging es um 06:00 Uhr los Richtung Eurotunnel. Dort bin ich dann viel zu früh angekommen, habe aber sofort vom System einen Platz im früheren Zug angeboten bekommen, was ich natürlich angenommen habe. Die Organisation ist vorbildlich, da könnte sich die Deutsche Bahn so einiges von abschneiden. Jedenfalls war das meine Meinung an diesem Tag, die sich am Rückreisetag noch ändern sollte. Wie man auf dem Bild sieht war absolut gar nichts los, keine Ahnung, ob wegen der Uhrzeit oder wieso auch immer. Mir sollte es recht sein.
Auch im Zug verlief alles reibungslos, auch wenn ich unsicher war, dass das Bike wirklich stehen bleibt. Zum Glück war meine Sorge aber unbegründet.
In Folkestone angekommen war ich erstmal dankbar für die Schilder "left lane drive!", woran ich echt nicht mehr gedacht hatte. Sich daran zu gewöhnen – es war das erste Mal für mich mit dem Motorrad, mit dem Auto hatte ich schon einige Erfahrungen in Neuseeland sammeln dürfen – ging jedoch überraschend schnell vonstatten. Mit dem Moped bin ich – wie gesagt - noch nie links gefahren und hatte durchaus Respekt davor. Es ging dann die abgebildete Strecke südlich um London rum und was soll ich sagen: es war abenteuerlich. Man muss es mal erlebt haben, auch wenn es kaum Spaß macht mit dem Mopped. Die Straßen sind alle sehr schmal (schmaler als der übliche deutsche Feldweg), rechts und links Gebüsch/Hecken/Mauern, die Qualität der Straßen ist unterirdisch, überall liegen Steine und Schotter rum, Schlaglöcher allerorten. Die völlig übertriebene Geschwindigkeit bei so manchem der entgegenkommenden Fahrzeuge, die meistens nicht mal an einem Mopped vorbeipassen, hilft nicht unbedingt dabei, das Ganze entspannter anzugehen. Das geht sowieso nicht, weil man quasi alle 1-2 km abbiegen muss. Also: volle Konzentration, aber kaum Strecken machen und schön gammeln. Leider habe ich kein Bild eines dieser Straßen gemacht.
Verrückt ist, dass hier oft einfach aus dem Nichts, nachdem man kilometerlang Vorfahrt hatte, die Vorfahrtstraße endet und man eine andere Straße passieren muss, wobei also Vorfahrt zu gewähren ist. Wenn das überhaupt durch ein Schild angekündigt wird, dann extrem spät. Das Schild zu sehen ist eine Kunst, weil es superklein ist und meistens schon längst überwuchert.
Zu diesem Zeitpunkt frage ich mich wirklich, wie die ganzen Autos dort noch so gut aussehen können...
Kurz vor meiner Unterkunft in der Nähe von Oxford war ich in Stow-on-the-wold, einem malerischen Ort mit den für die Region üblichen Steinhäusern.
Fun Fact: hier findet nach wie vor einmal pro Jahr vor der Stadt ein Pferdemarkt statt - von und für Zigeuner. Zitat Wikipedia: "Das veranlasst nahezu alle Hotels, Pubs und Läden für diesen Zeitraum zu schließen."
Genächtigt habe ich in einem Airbnb in einem Privatzimmer bei einer älteren Dame, die sich mit 3 Jobs über Wasser hält, um das Haus abzubezahlen, nachdem ihr Mann vor ein paar Jahren an Krebs verstorben ist. Eine super starke Frau, die das gar nicht realisiert und fast geheult hat, als ich ihr das deutlich gemacht habe.
Ich holte mir noch etwas zu Essen im Supermarkt und ging dann relativ zeitig zu Bett. Aufgrund meiner Paranoia habe ich das Mopped hinter ein Holztor geschoben, obwohl das Haus in einem sehr sicheren Wohngebiet liegt.
Tag 3: Swindon → Bryn y Cadno
Diesmal habe ich bis fast 8 Uhr gepennt und bin gemütlich gestartet, weil die Tour an diesem Tag sehr kurz war. Die Strecken waren überwiegend nach wie vor ziemlich öde, sehr viele dieser engen und einspurigen Straßen, nur mit anderer Vegetation an den Seiten.
Zwischendurch habe ich an dieser Ruine gehalten, die natürlich auf einem Hügel liegt und einen wunderschönen Ausblick über die Region bietet.
Da die Tour so kurz war und ich nicht nur in der Unterkunft rumhängen wollte, habe ich spontan - leider hat mein Internet plötzlich nicht mehr funktioniert - einen Abstecher nach Swansea gemacht. Hätte man sich sparen können, da gibt's nix wirklich zu sehen.
Bin dann gegen 16-17 Uhr rum in der Unterkunft angekommen - am Arsch der Welt. Das Navi führt dich falsch, es gibt kein Internet, man fährt noch auf einem Schotterweg hin: einfach wundervoll! Ich habe viel Zeit mit zwei zuvor gekauften Bierchen an diesem Bach verbracht, bin - begleitet von einem der beiden supersüßen Hunde und nach einem Tipp eines der Bewohner des Hauses - auf einen Hügel direkt hinter dem Haus hoch, um von dort die Aussicht auf das ganze Tal zu bewundern und dann ins Bett.
Weiter geht's in Teil 2...
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