Helme & heizbare Visiere

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Ramon

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Hallo zusammen,

nach über zwei Jahren seit meinem letzten Beitrag zu diesem Thema möchte ich heute ein kleines Update geben.
Ich habe lange überlegt, ob ich mir das Heizvisier von VISIN zulegen soll oder ob das am Ende nur rausgeworfenes Geld ist. In dem Zusammenhang habe ich mich mit der Firma Diamond Coatings auseinandergesetzt, die hinter dem Produkt steht. Deren Hintergrund ist tatsächlich sehr spannend: Sie entwickeln Beschichtungen für die Luft- und Raumfahrt, und das Heizvisier ist eher nebenbei entstanden, weil einige Mitarbeiter leidenschaftliche Motorradfahrer sind. Gerade wer schon mal auf den britischen Inseln unterwegs war, weiß, wie schnell Regen und Feuchtigkeit dort zum Problem werden können. Das hat bei mir jedenfalls Vertrauen in die Kompetenz der Firma geweckt.
Letztlich habe ich mich dann entschieden und mir das Heizvisier als Vorbereitung für meine diesjährige grosse Nordlandtour gekauft.

Preislich ist das Ganze kein Schnäppchen:
£194,95 plus £22 Versand ergeben etwa 250,13 €, dazu kamen noch 82,52 € für Zoll und deutsche Mehrwertsteuer. Insgesamt also 332,65 €. Ob sich das lohnt, wird sich erst noch zeigen.

Die Installation habe ich nach Anleitung und zusätzlich mit Hilfe eines YouTube-Videos durchgeführt. Das Ganze war ehrlich gesagt ziemlich fummelig und hat einiges an Geduld gekostet. Besonders knifflig war es bei meinem Klapphelm, die feinen Kabel so zu verlegen, dass sie sich beim Öffnen des Helms und beim Betätigen der Sonnenblende frei bewegen können, ohne irgendwo zu scheuern. Das war mit Abstand der aufwendigste Teil. Der Rest hat dagegen so funktioniert, wie von VISIN vorgesehen.
Jetzt bleibt nur noch der Praxistest. Leider spielt das Wetter im Moment nicht ganz mit, weil es schlicht zu schön ist, um realistische Bedingungen zu haben. Aber sobald ich das Visier unter „echten“ Umständen testen konnte, werde ich hier natürlich zeitnah berichten.

Ich bin aber vorsichtig optimistisch. Vor allem, weil das originale Pinlock bei mir nicht immer so zuverlässig funktioniert hat, wie man es sich wünschen würde. Und ich fahre nun mal bei jedem Wetter.
Also, bis die Tage...
 
Ramon

Ramon

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Update zum praktischen Einsatz des VISIN Heizvisier:

Hallo zusammen,

wie bereits in meinem letzten Beitrag beschrieben, war die Installation des VISIN-Heizvisiers in meinem Schuberth E2 Klapphelm eine ziemlich fummelige Angelegenheit. Vor allem die feinen Kabel so zu verlegen, dass sie beim Öffnen des Klapphelms und beim Betätigen der Sonnenblende nicht scheuern oder eingeklemmt werden, hat viel Zeit und Geduld gekostet. Schlussendlich ist es mir aber gelungen, alles ordnungsgemäß und wie von VISIN vorgesehen zu installieren.

Nun bin ich von meiner fünfwöchigen Nordlandreise zurück und kann endlich einen aussagekräftigen Erfahrungsbericht abgeben.

Für die Reise selbst waren die Wetterbedingungen häufig alles andere als angenehm. Für den Test des Heizvisiers dagegen hätten sie kaum besser sein können. Etwa zweieinhalb Wochen lang hatten wir kalte und sehr nasse Bedingungen. Die niedrigsten Temperaturen lagen bei etwa 4 °C, meist bewegten sie sich zwischen 4 und 9 °C, an vielen Tagen aber auch zwischen 11 und 13 °C. Dazu kam sehr viel Regen mit ständigem Wechsel zwischen kurzen trockenen Abschnitten und anhaltender Nässe. Genau diese Kombination aus Kälte und Feuchtigkeit sorgt bekanntlich dafür, dass ein geschlossenes Visier innen sehr schnell beschlägt.

Kommen wir deshalb zum eigentlichen Test.

Mein Urteil zum Heizvisier fällt in einem Punkt eindeutig aus: Die Funktion ist schlichtweg hervorragend.
Wenn das System in Betrieb war, hat es genau das getan, was es soll. Das Visier blieb klar und beschlug nicht. Auch die dauerhafte Verklebung des Heizvisiers im Hauptvisier, die mich anfangs etwas skeptisch gemacht hatte, hat absolut überzeugt. Alles war sauber verklebt, vollständig dicht und hat während der gesamten Reise keinerlei Probleme bereitet. In dieser Hinsicht gibt es für mich nichts zu beanstanden.

Jetzt kommt allerdings das große Aber.

Die eigentliche Schwachstelle ist für mich nicht das Heizvisier selbst, sondern das gesamte Handling. Das relativ große und schwere Akkupack muss irgendwo in der Jacke untergebracht werden. Hinzu kommen die Anschlusskabel, die aus dem Kragen herausgeführt und mit dem Helm verbunden werden müssen. Da ich keinen Laminatanzug fahre, sondern zusätzlich eine Regenkombi über der Motorradkleidung trage, wird das Ganze noch umständlicher. Jedes Mal müssen die Kabel durch den Kragen geführt und anschließend mit dem Helm verbunden werden.

Genau das hat mich anfangs regelrecht davon abgehalten, das Heizvisier überhaupt zu benutzen. Stattdessen habe ich zunächst die Nachteile eines beschlagenen Visiers in Kauf genommen. Jeder kennt die Situation: Man öffnet das Visier ein Stück, damit es frei wird, und schon tropft einem der Regen ins Gesicht. Das ist auf Dauer ausgesprochen unangenehm.

Erst nachdem es mehrere Tage ununterbrochen geregnet hatte und meine Geduld langsam erschöpft war, habe ich mir schließlich die Zeit genommen, das Akkupack konsequent zu nutzen und das Heizvisier bei jeder Fahrt anzuschließen. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich den Komfort ehrlich gesagt nicht mehr missen und mich geärgert dass ich es nicht bereits früher genutzt habe.

Aus meiner Sicht wäre aber eine andere Stromversorgung die deutlich bessere Lösung. Ideal wäre ein Anschluss direkt am Motorrad mit einem leicht zu verbindenden Stecker. Mit VISIN hatte ich hierzu bereits vor einiger Zeit Kontakt. Damals wurde mir vorsichtig signalisiert, dass man an einer solchen Lösung arbeitet. Konkrete Informationen zu einem möglichen Termin oder Preis gab es allerdings noch nicht.

Ich werde meine Erfahrungen deshalb auch direkt an VISIN weitergeben. Nicht als Reklamation, sondern als sachliches Feedback. Vielleicht hilft es ja dabei, das System weiterzuentwickeln.

Mein persönliches Fazit fällt daher zweigeteilt aus.

Die Funktion des Heizvisiers selbst ist ausgezeichnet. Es hat über mehrere Stunden absolut zuverlässig gearbeitet und genau das geleistet, was der Hersteller verspricht. Wer häufig bei kaltem, nassem Wetter unterwegs ist, wird den Unterschied sofort merken.

Die Kehrseite sind allerdings der hohe Anschaffungspreis, der aufwendige Einbau und vor allem das umständliche Handling mit Akkupack und Kabeln. Das schmälert den Gesamteindruck leider erheblich.

Für Fahrten in Mittel- oder Südeuropa während der warmen Jahreszeit werde ich das Heizvisier deshalb wieder ausbauen und durch mein Originalvisier mit Pinlock ersetzen. Dafür ist mir der zusätzliche Aufwand schlicht zu groß. Im Herbst oder auf Reisen in kältere Regionen sieht die Sache allerdings wieder ganz anders aus.

Ich habe noch einige Bilder beigefügt, damit man sich einen Eindruck davon verschaffen kann, wie die Kabelführung am Helm aussieht. Wer empfindlich auf Kabel im Gesicht20260705_144039.jpg20260705_144110.jpg20260705_144130.jpg20260705_144154.jpg20260705_144217.jpg20260705_144747.jpg20260705_144757.jpg20260705_144807.jpg oder im Kragenbereich reagiert, sollte diesen Punkt vor dem Kauf unbedingt berücksichtigen.

Soweit mein aktueller Erfahrungsstand. Sollte sich in Zukunft etwas Neues ergeben oder VISIN eine andere Lösung für die Stromversorgung anbieten, werde ich selbstverständlich wieder darüber berichten.
 
Kurvenking

Kurvenking

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Sehr interessant, vielen Dank für die Rückmeldung.
Kann man die Kabel vorne nicht auch zwischen Helmschale und Polsterung führen?
 
Ramon

Ramon

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Für die Verlegung der Drähte habe ich mir wirklich viel Zeit genommen und verschiedene Möglichkeiten ausprobiert. Die Herausforderung besteht darin, dass gleich mehrere Bewegungsbereiche berücksichtigt werden müssen: das Öffnen und Schließen des Visiers, das Hochklappen des Kinnteils sowie zusätzlich die Sonnenblende, die bei geöffnetem Helm ebenfalls noch genügend Platz benötigt.

Nach mehreren Versuchen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die von mir gewählte Verlegung der Drähte wohl die praktikabelste Lösung ist. Alles andere erscheint mir nach wie vor nicht wirklich machbar. Man muss auch bedenken, dass die Drähte bei einer zu engen oder ungünstigen Verlegung scheuern können. Dabei könnte die Isolation beschädigt werden — und bei diesen relativ dünnen Kabeln besteht dann schnell die Gefahr eines Defekts.

Ich habe mir das Ganze aufgrund deiner Frage noch einmal genau angesehen, ob ich vielleicht etwas übersehen habe. Aber ich komme immer wieder zum gleichen Ergebnis: So, wie ich es jetzt gelöst habe, scheint es die bestmögliche Variante zu sein. Wirklich optimal ist sie für mich trotzdem nicht.

Aus meiner Sicht müsste hier eigentlich eine zentrale Stromführung vorgesehen sein, beispielsweise über Metallkontakte oder eine andere durchdachte Lösung. Denn so, wie es aktuell mit den frei zu verlegenden Drähten gelöst ist, empfinde ich das als alles andere als überzeugend.

Wie bereits geschrieben, werde ich mich deshalb noch mit VISIN in Verbindung setzen und nachfragen, wie sie diese Problematik beurteilen. Denn wie man auf den Bildern sieht, ist diese Kabelführung für mich eine ziemlich unglückliche Lösung.
 
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